Auch bei der Gewalt gegenüber Kindern ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.Aus Angst vor weiteren Gewalttätigkeiten stellen sich zumeist nicht gegen den Täter oder Täterin.
!Jedes vierte Mädchen und jeder siebte Junge werden sexuell mißbraucht, bevor sie 18 sind!
Sexueller Mißbrauch ist, wenn ein Mensch seine Machtposition oder die Unwissenheit, das Vertrauen oder die Abhängigkeit eines anderen Menschen zur Befriedigung der eigenen sexuellen Bedürfnisse benutzt.
Dazu gehört zum Beispiel, wenn ein Erwachsener...
- ...ein Kind zur eigenen sexuellen Erregung anfaßt oder sich berühren läßt.
- ...ein Kind zwingt oder überredet, ihn nackt zu betrachten oder sexuellen Aktivitäten zuzusehen.
- ...Kinder für pornographische Zwecke benutzt oder ihnen Pornographie vorführt.
- ...das Kind im Intimbereich berührt oder sie zu oralem, analem oder vaginalem Geschlechtsverkehr zwingt oder überredet - also vergewaltigt.
Viele Menschen verstehen unter sexuellem Mißbrauch einen gewalttätigen Angriff durch Fremde.
Das ist jedoch falsch!
In 90 Prozent aller Fälle ist der Täter dem Kind sehr vertraut (z.B. Vater, Opa, Nachbar,...).
Sexueller Mißbrauch entwickelt sich meist langsam und erstreckt sich über eine längere Zeitspanne. Es ist sehr selten, daß es "nur" ein Mal passiert. In der Regel wiederholt sich der Mißbrauch bis die lautlosen Hilfeschreie der Kinder erkannt werden.
Sexueller Mißbrauch ist eine schmerzliche psychische und physische Erfahrung für das Opfer.
Tatsachen zum sexuellen Mißbrauch:
Neuere Untersuchungen zeigen deutlich: Sexueller Mißbrauch findet vor allem in der Familie statt.
- Betroffen von sexuellem Mißbrauch sind Kinder aller sozialen Schichten und aller Altersgruppen, auch Kleinkinder und Säuglinge.
- Sexueller Mißbrauch wird meist (über 90%) von Männern begangen, die den Kindern gut vertraut sind (Vater, Stiefvater, Bruder, Onkel, Großvater, Cousins).
- Sexueller Mißbrauch entwickelt sich meist langsam und im Verlauf einer längeren Zeitspanne.
- Sexueller Mißbrauch ist nicht nur körperliche Mißhandlung. Beim Kind oder Jugendlichen entstehen auch starke seelische Beeinträchtigungen. Die Angst, das Gefühl der Verlassenheit, ein gestörtes Gefühl zum eigenen Körper, das zerbrochene Vertrauen, Schuld und Schamgefühle können das ganze Leben andauern.
- Sexueller Mißbrauch beeinträchtigt nicht nur das Leben des betroffenen Kindes, sondern auch die Menschen seines engsten Umfeldes.
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Die Verantwortung für den sexuellen Mißbrauch trägt immer der Täter, unabhängig vom Alter und dem Verhalten des Mädchens oder Jungen.
- Wenn Kinder über sexuellen Mißbrauch sprechen, sagen sie die Wahrheit. Sie müssen starke Scham- und Schuldgefühle überwinden, ehe sie sich jemand anvertrauen.
Quellen
- beauftragter-missbrauch.de: Definition von sexuellem Missbrauch, https://beauftragter-missbrauch.de/praevention/was-ist-sexueller-missbrauch/definition-von-sexuellem-missbrauch (Letzter Zugriff: 27.11.2021)
- baerenstark-im-Leben.com: Kinder und Jugendliche wirksam schützen und stärken
https://baerenstark-im-leben.com/2018/05/10/w-im-interview-mit-dem-verein-selbstbewusst (Letzter Zugriff: 27.11.2021)