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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Wird eine Frau am Arbeitsplatz sexuell belästigt, so besteht die Demütigung und  darin, dass sie nicht als Fachperson in ihrer Kompetenz als Berufsfrau angesprochen wird, sondern als Objekt. Es gibt Vorgesetzte, welche den Objektstatus, den sie ihren Mitarbeiterinnen verleihen, bereits durch ihre Kleidervorschriften deutlich machen. Die Belästigung kann damit beginnen, dass das Arbeitsklima sexualisiert wird, dass z.B. immer wieder Bemerkungen über das Aussehen der Frau gemacht werden. Die Frau bemerkt dabei klar, ob ein «Kompliment» Wertschätzung und Anerkennung ausdrückt oder ob es sie erniedrigt und abwertet. Wenn sie sich wehrt, wird sie oft lächerlich gemacht, z.B. indem der Mann die Sexualisierung als Phantasie ihrerseits abtut. Dieser perfide Mechanismus funktioniert vor allem dann gut, wenn mehrere Arbeitskollegen sich gegenseitig bei der Belästigung unterstützen. Oftmals kommen im Lauf der Zeit zu den verbalen noch körperliche Übergriffe hinzu. Auch diese können am Anfang wie zufällig aussehen und werden unter Umständen dann gesteigert bis hin zu Vergewaltigungen, die über Erpressung oder auch über brutale physische Gewalt erzwungen werden.


Folgen:

Das Spezifische an der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz ist, dass die betroffene Frau ihr nur schwer ausweichen kann. In der besten Situation ist sie, wenn sie sich mit anderen Arbeitskolleginnen solidarisieren und sich gemeinsam gegen den/die Belästiger wehren kann. Ist dies nicht möglich, weil sie die einzige Frau ist, die Kolleginnen sie nicht unterstützen, sie selbst sich nicht zur Wehr setzen kann oder weil das Sichwehren schlicht nichts nützt, so können massive Ohnmachtsgefühle, Gefühle der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins entstehen. Am Arbeitsplatz verbringen wir den grössten Teil des Tages, und wenn dieser Ort zur Hölle wird, so können die Folgen massiv sein. Oftmals entstehen psychosomatische Stress-Symptome wie Nervosität und Konzentrationsschwierigkeiten, Schlaflosigkeit, Essstörungen, körperliche Schmerzen wie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen, Verspannungen, Angstzustände usw. Das Lebensgefühl ist oftmals bestimmt durch grosse Minderwertigkeitsgefühle, durch das Gefühl, als Berufsfrau - zunehmend aber überhaupt als Frau - nichts wert zu sein, irgend etwas falsch zu machen.

 

Quellen

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