Weltweit sind etwa 150 Millionen Mädchen und Frauen an ihren Genitalien verstümmelt. Und jedes Jahr werden erneut zwei Millionen Mädchen Opfer dieser Praktiken.
Genitale Verstümmelung wird in folgenden Ländern an 5 - 99 % der Mädchen / Frauen praktiziert:
Afrika: Ägypten, Benin, Burkina Faso, Tschad, Elfenbeinküste, Djibouti, verschiedene ostafrikanische Ethnien, Äthiopien, Eritrea, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Verschiedene Ethnien im Sudan, Tanzania, Ugandan, Zaire.
Südarabische Halbinsel: Oman, Yemen, Bahrein (Pers. Golf), Vereinigte Arabische Emirate.
Asien: Indonesien (muslimische Gruppen in Java), Indien, Malaysia.
Australien: z.T. unter den Aborigines.
Begründungen:
- Die natürliche Vagina sei schmutzig und häßlich.
- Erst mit der Entfernung der Klitoris soll das Geschlecht der Frau eindeutig weiblich werden.
- Die Keuschheit bzw. Jungfräulichkeit der Frau soll gewährleistet werden.
- Die Fruchtbarkeit der Frau soll erhöht werden.
Mit diesen Begründungen wurden die Aufnahme dieser Form der Gewalt in die jeweiligen Kulturen gerechtfertigt.
Tatsächlich geht es immer um die Unterdrückung und Kontrolle der weiblichen Sexualität und Fruchtbarkeit im Rahmen männlicher Machtansprüche.
Frauen, die sich oder ihre Töchter den Verstümmelungen entziehen wollen, werden als Außenseiterinnen behandelt und haben mit massiven Repressalien bis hin zur Entziehung der Existenzgrundlage zu rechnen.
Durch Autoritäten wie Gemeindeoberhäupter oder religiöse Führer wird die Praxis der Genitalverstuemmelung zum Teil bewußt weitergeführt und unterstützt.
Folgen:
- Viele Kinder überleben den überaus risikoreichen Akt der Verstümmelung nicht. Sie sterben unmittelbar aufgrund massiver Organschädigungen, hohen Blutverlust oder kurze Zeit später infolge von Infektionen durch Erreger aller Art. Die Gefahr von AIDS-Übertragung ist sehr groß.
- Die Überlebenden leiden meist lebenslang an den katastrophalen gesundheitlichen Folgen, z.B. an chronischen Schmerzen und Infektionen, immensen Beschwerden bei Menstruation und Wasserlassen, Unfruchtbarkeit, Inkontinenz, verhärteten Narben, Zysten, etc...
- Die enorm hohe Müttersterblichkeit in Afrika ist u.a. direkt auf die Verstümmelungspraktiken zurückzuführen.
Quellen
- Wikipedia.org: weibliche Genitalverstümmelung, https://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Genitalverstuemmelung